Lebt und zeichnet in Linz – Judith Auer

 

Atelierhaus Salzamt präsentiert KünstlerInnen der NEXTCOMIC-Ausstellung

Wie fühlt sich der erste Strich an, wie entsteht ein Flow bei der künstlerischen Arbeit. Die KünstlerInnen der Ausstellung „Lebt und zeichnet in Linz“ geben einen Einblick in den künstlerischen Prozess, warum sie gerade diese Arbeiten für die Ausstellung ausgewählt haben und sie zeigen noch andere ihrer liebsten Arbeiten.

 

Judith Auer

Der erste Arbeitsschritt beginnt bei mir im Kopf. Vor mir liegt der Text einer Geschichte und ich lese ihn mir ein paar Mal durch. Dabei tauchen schon erste Bilder vor mir auf. Farben, Stimmungen, Landschaften, Charaktere. Ich nehme Papier und Bleistift zur Hand und zeichne einmal wild darauf los. Wie könnten die Figuren der Geschichte aussehen? Welche Gesichter besitzen sie? Welche Charakterzüge tragen sie? Sind sie frech, eitel, freundlich, neugierig oder schlau? Es entsteht eine große Fülle an grob skizzierten Bleistiftzeichnungen, in denen ich an meinen Charakteren, den Figuren der Geschichte feile. Oder ich denke mir selbst eine Geschichte aus. Auch hier fange ich gerne mit den Charakteren an.

Ich komme oft schon im ersten Arbeitsschritt eines neuen Projektes in einen Zustand des Flows. Wenn ich mir eine Geschichte ausdenke und mich darin vertiefe. Oder wenn ich beispielsweise an den Figuren eines Bilderbuches arbeite. Oder wenn ich versuche, die richtige Landschaft und Atmosphäre für eine Geschichte zu finden. Dabei experimentiere ich gerne mit verschiedenen Techniken wie mit Aquarell oder mit Buntstiften. Und auch während der Arbeit an einem Buch gibt es Seiten, die mich mehr in einen Zustand des Flows versetzten und welche, die das weniger gut schaffen. Das hängt unter anderem damit zusammen, wie entspannt ich selbst gerade bin oder wie sehr mich eine Seite “in ihren Bann zieht.”

Bei der Arbeit in der Ausstellung NEXTCOMIC 2020 “Ein Stück Käse” handelt es sich um mein erstes Bilderbuch, in dem ich eine antike Fabel von Äsop neu nacherzählt und illustriert habe. Es ist dieses Jahr im Jänner 2020 erschienen und war für mich ein wichtiger Meilenstein eines langen Weges hin zur Bilderbuchillustratorin. Wenn ich das Buch in der Hand halte, geht mir das Herz auf und ich finde, dass sich der Weg gelohnt hat. Außerdem zeige ich in der Ausstellung eine dreidimensionale Pappfigur, die in einem meiner nächsten Buchprojekte eine Hauptfigur darstellen sollte, in einer Geschichte an der ich gerade schreibe.

Mehr zu Judith Auers Arbeiten: www.judith-auer.com